Abende haben etwas Besonderes. Wenn der ganze Tag langsam endet, wird alles ruhiger. Das Licht wird weicher, die Geräusche leiser und genau dann spüre ich die Anwesenheit meiner Katzen am meisten.
Nicht wenn sie spielen oder durch das Haus rennen. Sondern genau in diesen stillen Abendmomenten.
Katzen füllen Stille auf eine ganz besondere Weise. Oft machen sie eigentlich gar nichts. Sie liegen einfach neben einem, schlafen ruhig oder schnurren leise irgendwo in der Nähe. Und trotzdem fühlt sich das Haus plötzlich nicht mehr leer an.
Am Abend spürt man die eigenen Gedanken stärker. Müdigkeit, Ruhe, manchmal auch Sehnsucht oder Traurigkeit. Und Katzen haben etwas Besonderes an sich – sie können einfach da sein. Ohne Fragen. Ohne Erwartungen. Ohne etwas erklären zu müssen.
Dann hört man plötzlich die kleinen Dinge viel intensiver: leises Schnurren, sanfte Schritte auf dem Boden oder das Geräusch, wenn eine Katze aufs Bett springt. Dinge, die tagsüber ganz normal wirken, fühlen sich abends plötzlich warm und beruhigend an.
Ich glaube, Menschen, die nie mit Katzen gelebt haben, verstehen eine Sache oft nicht: Katzen füllen ein Zuhause nicht mit Lärm. Sie füllen es mit ihrer Anwesenheit. Genau deshalb fühlt sich ein Zuhause mit Katzen anders an als ein leeres Haus.
Die Abende mit meinen Katzen haben mir etwas Wichtiges gezeigt: Ruhe bedeutet nicht immer Einsamkeit. Manchmal reicht das leise Schnurren neben dir und das Gefühl, dass jemand da ist.
Vielleicht lieben wir Katzen genau deshalb so sehr. Sie versuchen nicht, alles zu reparieren. Sie stellen keine Fragen. Sie sind einfach da. Und manchmal ist genau das das Wichtigste überhaupt.
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