Es gibt etwas, das mich seit vielen Jahren immer wieder zum Lächeln bringt.
Sobald ich vom Sofa aufstehe, höre ich hinter mir leise Pfoten. Gehe ich in die Küche, ist mindestens eine Katze schon da. Gehe ich in den Garten, dauert es nicht lange, bis die ersten Katzen neben mir auftauchen. Und wenn ich ins Badezimmer gehe, kann ich die Privatsphäre gleich vergessen. Meine Katzen warten nicht vor der Tür – sie kommen einfach mit hinein. Wenn ich dusche oder ein Bad nehme, setzen sie sich an die Badewanne und warten geduldig. Sie möchten nicht gestreichelt werden, sie miauen nicht. Sie sind einfach da.
Viele Jahre habe ich mich gefragt, warum sie das tun. Wollen sie wirklich ständig bei mir sein? Beobachten sie mich? Oder sind sie einfach nur neugierig? Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass die Antwort viel einfacher ist. Eine Katze braucht nicht ständig Aufmerksamkeit. Sie muss nicht ununterbrochen gestreichelt oder auf den Arm genommen werden. Oft reicht ihr einfach die Nähe eines Menschen, dem sie vertraut.
Vielleicht sind Katzen uns Menschen gerade darin ähnlicher, als wir glauben. Auch wir müssen nicht ständig reden. Manchmal macht jeder etwas anderes und trotzdem fühlt es sich gut an, wenn ein vertrauter Mensch einfach in unserer Nähe ist.
Vor ein paar Tagen ist etwas passiert, das mich in diesem Gedanken noch einmal bestätigt hat. Ich war gerade dabei, das Haus zu putzen. Mit einem Eimer Wasser ging ich die Treppe vom ersten Stock nach unten. Plötzlich rutschte ich aus und stürzte die Treppe hinunter.
Ich blieb einen Moment auf den Stufen liegen und wusste nicht, ob ich überhaupt wieder aufstehen konnte. Ich lebe allein und mein erster Gedanke war: „Was ist jetzt passiert?“ Meine Katzen waren überall verteilt – einige im Garten, andere auf der Terrasse und wieder andere im Haus.
Doch nur wenige Augenblicke später waren sie alle bei mir. Sie konnten mir nicht aufhelfen. Sie konnten keinen Rettungswagen rufen. Aber sie kamen. Sie waren einfach bei mir.
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass Katzen ihre Liebe oft ganz anders zeigen. Nicht immer durch Kuscheln oder dadurch, dass sie ständig Aufmerksamkeit verlangen. Manchmal zeigen sie ihre Liebe einfach durch ihre Nähe. Das war einer dieser Momente, in denen ich noch stärker gespürt habe, wie besonders die Verbindung zwischen Mensch und Katze sein kann.
Vielleicht achte ich auch deshalb so sehr auf solche Augenblicke, weil ich allein lebe. Wenn ich meine Katzen beobachte, denke ich oft, dass wir Menschen viel von ihnen lernen könnten. Wir glauben, wir müssten immer die richtigen Worte finden oder sofort eine Lösung haben. Dabei ist das manchmal gar nicht das Wichtigste.
Meine Katzen zeigen mir jeden Tag, dass Nähe oft mehr bedeutet als Worte. Sie begleiten mich beim Arbeiten, im Garten, in der Küche oder sogar im Badezimmer. Sie erwarten nichts. Sie möchten einfach bei mir sein.
Und ich glaube, genau das fehlt uns Menschen manchmal. Wir reden viel, geben Ratschläge und suchen nach Lösungen. Dabei wäre das Schönste manchmal einfach, sich neben einen Menschen zu setzen und ihm das Gefühl zu geben, dass er nicht allein ist.
Vielleicht liebe ich Katzen genau deshalb so sehr. Weil sie mich jeden Tag daran erinnern, dass echte Nähe nicht viele Worte braucht.
Manchmal ist der größte Beweis von Liebe ganz einfach: Da zu sein. 🤍🐾
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